350 Zuschauer, Derbyatmosphäre und ein dramatisches Ende! Der SV Merkendorf empfing am Sonntagnachmittag den Nachbarn aus Weichendorf zum mit Spannung erwarteten Derby. Trotz der besseren Tabellenplatzierung der Gäste war bereits im Vorfeld klar, dass in diesem Duell alles möglich sein würde.
Beide Mannschaften begannen zunächst vorsichtig und konzentrierten sich vor allem auf eine stabile Defensive. Die Anfangsphase war geprägt von vielen Zweikämpfen im Mittelfeld, während klare Torchancen zunächst ausblieben. Die erste gefährliche Annäherung gehörte den Hausherren, als Rabbie Khalil nach einer schönen Kombination zum Abschluss kam, sein Schuss jedoch zur Ecke abgeblockt wurde. In der 22. Minute bot sich dem Merkendorfer Torjäger die nächste Gelegenheit. Nach einem missglückten Klärungsversuch der Gäste versuchte er es mit einem Heber, der allerdings noch vor der Torlinie geklärt werden konnte. Kurz vor der Pause hatte Khalil erneut die Führung auf dem Fuß, setzte seinen wuchtigen Abschluss jedoch knapp über das Gehäuse. So ging es mit einem torlosen Unentschieden in die Kabinen.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie zunächst umkämpft. Weichendorf kam etwas schwungvoller aus der Pause, ohne dabei wirklich gefährlich zu werden. Die Grasser-Elf fand jedoch zunehmend besser ins Spiel und belohnte sich schließlich in der 60. Minute. Marcel Dotterweich eroberte mit starkem Körpereinsatz den Ball und spielte auf Kapitän Jan Pfister, der im Fallen aus rund zwölf Metern zur viel umjubelten 1:0-Führung traf.
Der Treffer gab den Merkendorfern zusätzlichen Auftrieb. Die Heimelf war nun die aktivere Mannschaft, zeigte sich zweikampfstark und setzte die Gäste zunehmend unter Druck. Die große Möglichkeit zur Vorentscheidung hatte Ibrahim Al Amoori, der einen Freistoß von Bäuerlein per Kopf nur knapp neben den Pfosten setzte. Auch weitere vielversprechende Angriffe konnten nicht konsequent zu Ende gespielt werden. So blieb es bei der knappen Führung.
In der Schlussphase warfen die Gäste noch einmal alles nach vorne, doch die Merkendorfer Defensive stand weiterhin sicher. Die wenigen Abschlüsse der Weichendorfer brachten Torhüter Julian Krapp kaum in Bedrängnis. Alles deutete bereits auf einen Heimsieg hin, ehe das Derby in der Nachspielzeit eine unglaubliche Wendung nahm. Carlo Schmitt fasste sich kurz nach der Mittellinie ein Herz und jagte den Ball mit einem außergewöhnlichen Fernschuss zum 1:1 in die Maschen. Ein Sonntagsschuss, der den Gästen in allerletzter Sekunde doch noch einen Punkt bescherte. Unmittelbar danach war Schluss.
Fazit: Bitterer hätte dieses Derby für den SV Merkendorf kaum enden können. Gegen den favorisierten Nachbarn zeigte die Grasser-Elf eine engagierte, kämpferisch starke und vor allem defensiv überzeugende Leistung. Besonders nach der Führung hatten die Hausherren das Spiel weitgehend im Griff und hätten mit etwas mehr Konsequenz den Sack frühzeitig zumachen können. Statt drei Punkten blieb am Ende nur ein Unentschieden. Dennoch kann die Mannschaft auf dieser Leistung aufbauen – auch wenn sich dieser Punkt nach dem dramatischen Schlusspfiff eher wie eine Niederlage anfühlte.
